Ostdeutschland diskutiert gemeinsam über die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft

28. August 2026
Bildnachweis: Tom Schulze

Rund 450 Teilnehmende, mehr als 30 Referentinnen, Referenten und Podiumsgäste sowie über 30 Aussteller kamen gestern beim 1. Ostdeutschen Wasserstoffkongress im Internationalen Congress Center Dresden zusammen. Auf Einladung der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und des Wasserstoffnetzwerks HYPOS trafen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus den ostdeutschen Bundesländern erstmals in einem ostdeutschen Format aufeinander.

Im Mittelpunkt des Kongresses stand die Frage, wie der Wasserstoffhochlauf in Ostdeutschland weiter vorangebracht werden kann. Dabei ging es insbesondere um den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur, aktuelle Projekte in der Region sowie die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die für die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft notwendig sind. Ein Schwerpunkt des 1. Ostdeutschen Wasserstoffkongresses war die Übergabe des HYPOS-Forderungspapiers an Hanna Schumacher, Leiterin der Unterabteilung Wasserstoff- und Gasinfrastruktur im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). „Im HYPOS-Forderungspapier haben wir acht zentrale Forderungen an die Politik formuliert. Grundlage des Forderungspapiers ist eine Metastudie, die von r2b energy consulting GmbH durchgeführt wurde. Ziel des Forderungspapiers ist es, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen und den Wasserstoff-Markthochlauf zu beschleunigen. Unterstützt werden die Forderungen von zahlreichen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden“, führt Andreas Bauer, HYPOS-Geschäftsführer, aus.

Im Rahmen des Kongresses fiel auch der offizielle Startschuss für die Gemeinschaftsstudie H2-Netz OST. Zugleich sagte der 50. Partner seine Beteiligung an dem länderübergreifenden Vorhaben zu. Ziel der Studie ist eine abgestimmte Entwicklungsperspektive für eine Wasserstoff-Verteilnetzinfrastruktur in Ostdeutschland. Weitere Unternehmen, Netzbetreiber und Institutionen können sich noch kurzfristig beteiligen. „Der Ostdeutsche Wasserstoffkongress hat gezeigt, dass wir den Wasserstoffhochlauf nur gemeinsam über Ländergrenzen hinweg voranbringen können. Ostdeutschland verfügt über großes Potenzial bei Erzeugung und industrieller Nutzung. Jetzt kommt es darauf an, den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes durch eine leistungsfähige Verteilnetzinfrastruktur zu ergänzen und wirtschaftlich tragfähige Perspektiven für Investitionen zu schaffen. Der Start von H2-Netz OST ist dafür ein konkreter Schritt“, erklärt Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland.“

In hochrangig besetzten Podiumsdiskussionen und drei Fachsessions wurden aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert. Der Kongress bot damit eine gemeinsame Plattform für den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren der ostdeutschen Wasserstoffwirtschaft und machte deutlich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für den weiteren Hochlauf ist.

Mit seiner Premiere setzt der Ostdeutsche Wasserstoffkongress einen neuen Schwerpunkt auf die gemeinsame Betrachtung der Wasserstoffentwicklung in den ostdeutschen Bundesländern. Die hohe Beteiligung von Fachleuten, Unternehmen und Institutionen unterstreicht die Bedeutung des Themas für die Region.

Bereits am Vorabend des Kongresses bot sich die Möglichkeit im Rahmen einer gemeinsamen Schifffahrt auf der Elbe Akteure der Wasserstoffwirtschaft in exklusiver Atmosphäre kennenzulernen und zu netzwerken.

Weitere Informationen

Webseite Ostdeutscher Wasserstoffkongress

HYPOS-Forderungspapier

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